Wassersport – Eine neue/alte Heimat

Premnitzer Unternehmer will Milower Bootshaus in Kooperation mit einem Gelände in Pritzerbe betreiben

Quelle : http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12357637/61759/Premnitzer-Unternehmer-will-Milower-Bootshaus-in-Kooperation-mit.html

PREMNITZ – Eine ganze Zeit lang war die Aufregung immer wieder mal groß, als die Wassersportler des TSV Chemie Premnitz von 2007 an versuchten, ihr altangestammtes Milower Bootshaus zu verlassen. Seit 1960 hatten sie dort ihre sportliche Heimat, von 125 Mitgliedern und 120 Booten war die Rede. Die Wassersportler wollten fort, nachdem eine 21-köpfige Erbengemeinschaft das gut eineinhalb Hektar große Gelände nach einem Rückübertragungsverfahren erhalten hatte. 1100 Euro Miete im Monat sollten die Wassersportler nach eigenen Angaben nun Miete bezahlen. Das war ihnen zu viel, so stellten sie sich darauf ein, an einem neuen Ort selbst ein Bootshaus zu bauen.

 

Das neue Wassersportgelände des TSV Chemie sollte auf einer nicht genutzten Uferfläche in der Nähe des Döberitzer Hafens geschaffen werden. 200 000 Euro zum Bau verschiedener Anlagen standen schon verbindlich in Aussicht, doch gelang das Vorhaben nicht, weil der Kreis keine Baugenehmigung erteilte. Die geplanten Eingriffe in die Natur bezeichnete die Behörde als zu groß. Vom Vorstand des TSV Chemie Premnitz waren keine Aussagen mehr über das Vorhaben zu bekommen. Und heute ist klar, dass es am Döberitzer Hafengelände kein neues Bootshaus geben wird.

Mittlerweile hat die Erbengemeinschaft das Milower Bootshausgelände verkauft. Eigentümer ist jetzt der Unternehmer Bernd Krause, Geschäftsführer der Dichtungs-Technik Wusterwitz GmbH, die seit vielen Jahren eine Niederlassung im Industriepark Premnitz hat. Bernd Krause wollte dieser Zeitung noch keine Auskunft über seine Pläne mit dem Milower Bootshaus geben und hat auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. Er betonte aber, dass die Wassersportler des TSV Chemie aus seiner Sicht gern dort bleiben können. Zur Veranschaulichung seiner Vorstellungen verwies er auf das Gelände des alten Sägewerks in Pritzerbe, auch ein Ufergrundstück an der Havel, das er vor einiger Zeit ebenfalls gekauft hat: In Zukunft wolle er die Ufergrundstücke in Pritzerbe und Milow in Kooperation betreiben.

In der Tat hat sich auf dem Gelände des Milower Bootshauses früher auch ein Sägewerk befunden. Es war in Privatbesitz, wurde 1951 in der DDR aber enteignet. Die oben genannte Erbengemeinschaft beantragte nach der Wende die Rückübertragung und bekam die Liegenschaft im Jahr 2003 vom Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen auch zugesprochen.

Verglichen mit dem Milower Gegenstück ist das alte Sägewerk in Pritzerbe noch am Anfang dieses Jahres in einem deutlich schlechteren Zustand gewesen. „Aus einer Schmuddelecke in bester Lage“, so schrieb die MAZ-Lokalausgabe Landkurier im März, „soll ein Vorzeigeareal für den Wassertourismus werden.“ Zunächst waren die Aufräumarbeiten nicht voran gekommen. Dann trennte sich Bernd Krause von seinem Partner in Pritzerbe, der das Gelände eigentlich entwickeln sollte, und übernahm den Neuaufbau selbst.

Wie der für Pritzerbe zuständige Havelsee-Bürgermeister Günter Noack gestern dieser Zeitung sagte, hat sich auf dem alten Sägewerk seit März schon so manches getan. Dort sei aufgeräumt und Ordnung hergestellt worden, teilte er mit. Dreh- und Angelpunkt für die Entwicklung des alten Sägewerkgeländes in Pritzerbe ist das Ziel von Bernd Krause, dort einen Schwimmsteg zu installieren. Immerhin gibt es bislang dort nur eine alte Slipanlage, aber keine Anlegemöglichkeit.

Wie Bürgermeister Günter Noack sagte, hat die Stadt das Gelände in ihrem Flächennutzungsplan für Wassersport und Tourismus ausgewiesen. Deshalb habe man den Bauantrag auf einen Schwimmsteg und Pkw-Stellflächen grundsätzlich befürwortet. Der Bauantrag sei mittlerweile an das zuständige Bauordnungsamt weitergeleitet worden. „Es ist ein Fortschritt, wie sich das Sägewerksgelände in den letzten Monaten entwickelt hat“, sagte Günter Noack. Und auf den neuen Besitzer Bernd Krause bezogen, stellte er fest: „Ich traue ihm was zu.“ (Von Bernd Geske)

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