Fußball 1.Männer Vor der Saison 1987/1988

Wer fordert Velten und Stahl II heraus ?

Fußball-Bezirksliga

da sind es nur noch zwei von den einst vier Aushängeschildern in der Fußball-Bezirksliga übrig geblieben. Nach dem Aufstieg von Motor Ludwigsfelde vor zwei Jahren und dem jetzigen Sprung der Hennigsdorf er Stahl-Kicker in die zweithöchste Spielklasse dürfte der am kommenden Wochenende beginnende Meisterschaftskampf auf das Duo Chemie Velten und Stahl Brandenburg II reduziert bleiben. Zu überlegen waren diese Teams – Velten (mit einer besseren Auswärts als Heimbilanz!) hatte als Dritter 15 Zähler Vorsprung auf den Vierten Motor Süd Brandenburg zu gezielt sind gerade die Vorbereitungen der Männer aus der Ofenbauerstadt, als daß die übrige Konkurrenz ihnen und den Stahl II-Talenten das Wasser reichen könnte.

Bemerkenswert: Lange Jahre war es bis auf die Veltener Husarenritte im Pokal recht ruhig um das runde Leder im Kreis Oranienburg gewesen. Nun ist dieser erstmals im Leistungsfußball vertreten, stellte zuletzt zweimal den Bezirksmeister, dazu die Pokalsieger, und gehört mit vier Vertretern der Bezirksliga und sechs der Bezirksklasse an.

Da müssen sich vor allem traditionsreiche, aber immer häufiger gescholtene Gemeinschaften wie Motor Süd,

Truppe (in der Vorbereitung u. a. 0:3 gegen Motor Suhl und 3:1 gegen EAB Lichtenberg 47) soll mit dem Einbaue von 5, 6 ehemaligen Junioren (Bezirkspokalsieger) ein Wechsel auf die Zukunft eingelöst werden. Gleichfalls als Spielertrainer ist bei Einheit Werder Klaus Rosin (früher Motor Babelsberg) am Ball. „300 Zuschauer sahen bei uns die Spitzenpartien in der Bezirksklasse. Soviel hoffen wir jetzt bei jedem Spiel zu haben“, blickt er auch in dieser Hinsicht optimistisch voraus. Wie neidisch müssen da einstige DDR-Liga-Teams wie Premnitz oder Motor Süd Brandenburg werden, bei denen sie nur wenige Anhänger verkrümeln. Premnitz ringt noch mit einem anderen Problem: „Bei uns gibt es ein mir unverständliches Desinteresse der 16- bis 18jährigen, dem Fußball nachzujagen.“ So Übungsleiter und Torwart Holger Bahra. Motor Hennigsdorf, Premnitz, auch Oranienburg, in die Pflicht zu nehmen, wieder einen stärkeren Spannungsfunken zu legen. Gegen das sonst in der Luft liegende Schlagzeilen-Kuriosum: „Ab Platz 3 gegen den Abstieg“ sollten auch die wackeren Finkenkruger/Falkeriseer (neu dabei sind Theuerkorn aus Babelsberg und Nofs aus Estal, der 38jährige Spezialist für Standardsituationen Terletzki geht hier in die zweite Saison), Neuruppin (mit dem Ex-Babelsberger Jörg Nachtigall) und Luckenwalde erfolgreich Einspruch erheben. Mancher Alteingesessene (Turbine Potsdam) wird hingegen aufpassen müssen, nicht in den Keller zu rutschen.

Teuer verkaufen wollen sich die Aufsteiger Teltow, Zehdenick und Werder, die auch hoffen, publikumsmäßig ziehen zu können. „Das Industriegebiet braucht eine Bezirksliga-Elf“ ist das mit dem Teltower Höhenflug verbundene Motto im Jubiläumsjahr „75 Jahre Fußball in Teltow“, wozu eine umfangreiche Broschüre herausgegeben wurde. Zum Freundschaftsspiel gegen Oberligist Stahl Brandenburg kamen kürzlich 700 Zuschauer. Die Töppen beim Wiederaufsteiger streift auch Übungsleiter Dankmar Edeling über, „weil bei uns 20jährige schon fast zu den Routiniers gehören“. In der bis auf Torwart Koritkowski  blutjungen Solcher Sorgen ledig ist der Favorit Nummer 1, für den jetzt Torwart Wendorff (Motor Hennigsdorf), die Mittelfeldspieler Jürgens, Matelski (ISG Schwerin) sowie die Stürmer Gronau (Chemie Leipzig) und Nachtwey (Motor Babelsberg) antreten, dafür gingen N. Wollschläger und Gotzmann zu KWO. „Wir wollen Meister werden und aufsteigen“, gibt Sektionsleiter Günter Schmidt klar die Richtung aus.

DETLEF BRAUNE

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