Stahl Brandenburg-Premnitz 1969/1970

Stahl Brandenburg-Chemie Premnitz 1:0 (0:0)

Der Gastgeber ließ diesmal einige Schwächen erkennen

Von unserem Berichterstatter MANFRED LUTZENS

Stahl: Hürth, Valentin, Ziehm, Bindig, Kühlmey, Holler, Kriegbaum, Klingbiel, Bannies, Puhl, Mohrmüller.

Chemie: Wittner, Schulz, Himburg, Mohring, Schubert, Fischer, Hermstein (ab 75. Kraft), Sandowski, Ludewig, Bönicke (ab 58. Marczinski), Landhäuser.

Schiedsrichter: Trojanowski (Velten)

Zuschauer: 1250

Torfolge: 1:0 Holler (50.)

Hat der weiterhin mit einer imponierenden Bilanz aufwartende Spitzenreiter aus Brandenburg den Zenit seines Leistungshochs überschritten? Analysiert man die 90 Minuten dieses durchschnittliches Niveau aufweisenden Treffens, so kommt man zur der Feststellung, daß die Brandenburger Stahl-Elf diesmal längst nicht so dynamisch und angriffsstark wirkte, wie in den anderen Spitzenbegegnungen der Saison. Allein in dem nun schon seit Wochen vorhandenen Schneeboden die Ursachen zu suchen, wäre wohl ein Trugschluß.

Vornehmlich in der ersten Hälfte gab es Schwächen. Ungenaues Abspiel aus der Abwehr heraus, langes Ballhalten und mäßige Laufarbeit im Angriff kamen den überraschend selbstsicher wirkenden Premnitzern entgegen. Klingbiel, von Fischer lange Zeit gut markiert, sowie beide Außen und Mittelstürmer Bannies blieben gegen die sichere Deckung der Gäste recht blaß. Der Liga-Absteiger baute geschickt über Hermstein und den sehr guten Sandowski die Angriffe auf und wirkte auf dem Schneeboden etwas wendiger.

Nachdem die Gäste bis zur 50. Minute das Geschehen weitgehend ausgeglichen gestalten konnten, kam Stahl nach dem „goldenen“ Tor von Holler besser zur Geltung. Jetzt wurde weiträumiger operiert ohne das jedoch immer alles nach Wunsch lief. Die größte Rettungstat vollbrachte der Premnitzer Schlußmann in der 83. Minute, als er einen Kopfball von Mohrmüller aus Nahdistanz reaktionsschnell von der Linie faustete. Premnitz blieb bis zum Appfiff mit Entlastungsangriffen gefährlich. Alles in allem ein nicht unverdienter Sieg des Platzherrn, der insgesamt die größeren Spielanteile für sich verbuchen konnte.

Trainer Melzer (Stahl): „Erst nach der Halbzeit spielte meine Elf drangvoller. Vorher blieb vieles Stückwerk, zumal einige Spieler sich noch immer nicht mit den Bodenverhältnissen abfinden können. Der Sieg hätte bei diesen klaren Möglichkeiten höher ausfallen müssen. Puhl war für mich der beste Spieler.“

Spielertrainer Hermstein (Chemie):

„Ein Remis war möglich. Etwas unglücklich das Gegentor. Dennoch war ich mit unseren Leistungen diesmal zufrieden.“

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