Fußball Saisonübersicht 1986/1987

Nach 27 Jahren ging der Titel wieder nach Velten

Fußball-Bezirksliga; Der Meister mit stabilsten Leistungen Anerkennung an die „Kleinen“, SC Finkenkrug und Lok Seddin

In den letzten beiden Jahren hatten sich die Veltener jeweils kurz vor Toresschluß noch den Meistertitel wegschnappen lassen, diesmal beendeten sie die Saison mit 4 Punkten Vorsprung. Nach 27 Jahren ging der Titel damit erstmals wieder in die Stadt der Ofenbauer, würde danach der heißersehnte Aufstieg in die DDR-Liga folgen? Nun, der Fußballfreund weiß,

daß dieses Ziel ein Wunschtraum blieb, unser Meister beim 0:2 im wohl bereits entscheidenden 2. Spiel bei Aktivist Borna mit angezogener Handbremse spielte und jene Abwartehaltung praktizierte, die beinahe schon beim 2:1 gegen Motor Süd Neubrandenburg ins Auge gegangen wäre. Falsche taktische Einstellung durch den Übungsleiter, nannten die einen als Ursache dieser unbefriedigenden Veltener Auftritte, in der laxen Haltung der Spieler sahen die anderen Grund für den verpatzten Aufstieg, Übungsleiter Wolfgang Juhrsch jeden-

falls hat sich bereits aus Velten verabschiedet, doch – um keine falschen Schlüsse aufkommen zu lassen – darauf hatte man sich bereits vor der Aufstiegsrunde geeinigt. Neben Velten hatte auch Stahl Hennigsdorf den Titelgewinn auf seine Fahnen geschrieben, doch die Mannschaft erreichte nicht die Stabilität wie der Meister. So kam die 2. Mannschaft von Stahl Brandenburg noch bis auf einen Zähler an die Hennigsdorfer heran. Lohn für die Mannen um Übungsleiter Axel Leonhard, die in der Rückrunde nach Velten die meisten Punkte sammelten. Ihre Position zu verbessern vermochte nach der Winterpause auch die Vertretungen von Stahl Oranienburg, Chemie Premnitz, der SG Finkenkrug, von Turbine Potsdam, Landbau Neustadt, der TSV Luckenwalde und Lok Seddin. Kurzum: Es herrschte durchaus Bewegung im Feld der 16 Teams, die sich kurzweilige Partien lieferten, aber auch ausgesprochene „Langweiler“ im Programm hatten.Das Typische dieser Meisterschaft bestand somit erneut in der Unausgeglichenheit des Gros der Mannschaften, ihrer häufig von Wochenende zu Wochenende wechselnden Form. Da gewann beispielsweise Turbine Potsdam mit 2:1 bei Motor Süd Brandenburg,um dann im nächsten Auswärtsspiel bei Lok Seddin mit 1:3 den kürzeren zu ziehen, oder da distanzierte Stahl Hennigsdorf daheim Neuruppin mit 5:0, am nächsten Spieltag in Oranienburg hieß es 0:2.    Nun haben natürlich Mannschaften wie Motor Hennigsdorf, Chemie Premnitz und sicher auch Neuruppin ein günstigeres Umfeld als kleine Gemeinschatten wie Seddin, Finkenkrug und den  Sachsenhausen. Deshalb ist die Eile bei der Beurteilung der einzelnen Kollektive auch unterschiedlich anzulegen.Nehmen wir nur die sich nach dem harten Winter notwendig machenden vermehrten Mittwochspiele. Hier hatten gerade die „Kleinen“ häufig ihre hebe Mühe, ihre Mannschaften vollzubekommen.Um so mehr sind der 8. Platz der SG Finkenkrug und der Klassenerhalt von Lok Seddin zu würdigen, verdient auch das Abschneiden des Neulings Landbau Neustadt.Anerkennung. Mit Seddin und Neustadt ver  mochten sich diesmal gleich 2 Neulinge zu behaupten, und Sachsenhau    sen war zum ständigen Punktlieferanten verurteilt, landete nicht einen Sieg.Mit Sachsenhausen in den sauren Apfel des Abstiegs mußte die gleich auf sieben Positionen veränderte Elf von Motor Teltow beißen. Nach 19jähriger Bezirksligazugehörigkeit hieß es aus Potsdams höchster Spielklasse Ab     schied nehmen.

     PETER BRANDES

Fakten und Zahlen

56 600 Zuschauer passierten die Stadiontore =  o 236 je Spiel. (Vorjahr 67 567 = 0 282). Den größten Zuspruch verbuchten Velten-Stahl Hennigsdorf mit 1300 sowie Oranienburg-Velten mit 750 Zuschauern. Die größte Resonanz hatten Stahl Hennigsdorf mit 8780 = o 585, Velten mit 7810 = o 521 und Motor Hennigsdorf mit 7421 = o 495. Am Schluß stehen Premnitz mit 1218 = o 81, Seddin mit 1015 = 0 ???   Babelsberg II mit 985 = 0 66.

Es fielen 795 Tore = o je Spiel 3,3 (Vorjahr 864=o 3,6). Beste Schützen: Uentz (Velten) 26, Goldmann (Premnitz) 17, Siek (Oranienburg) l6. Torreichste Begegnungen: Oranienburg-Neuruppin 8:2, Velten-Neustadt 7:3.

Platzverweise gab es 13 (Vorjahr = 16), Verwarnungen 361 (363). Neuruppiner Fußballer sahen gleich viermal die Rote Karte, von Stahl Brandenburg II waren es 3 und von Motor Süd Brandenburg 2. Die Motor-Süd-Kicker sind auch Inhaber des traurigen Rekords von 38 Gelben Karten, dahinter folgen Motor Babelsberg II mit 32 und Oranienburg mit 29.

Den Fairplaypokal gewann Velten vor Turbine Potsdam, Motor Hennigsdorf, Sachsenhausen und Premnitz, am Schluß von Rang 13 an rangieren Stahl Brandenburg II, Finkenkrug, Neuruppin und Motor Süd Brandenburg.

Die meisten Spieler setzten Babelsberg II (37), Teltow (29), Motor Hennigsdorf (28), Stahl Brandenburg II (26) ein. Mit den wenigsten kamen Premnitz (19) und Velten, Finkenkrug, Luckenwalde, Neustadt (je 21) aus.

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