Fußball Saisonübersicht 1985/1986 II

Vormachtstellung von Ludwigsfelde und Chemie Velten blieb unangetastet

Fußball-Bezirksliga: Motor Ludwigsfelde zum dritten Mal hintereinander Meister / Premnitzer um 6 Plätze abgerutscht

Der Spitzenkampf zwischen Titelverteidiger Ludwigsfelde und Velten sowie das Abstiegsgerangel, in das gleich mehrere Teams Verwickelt waren, machten den Spannungsgehalt der Bezirksmeisterschaft 1985/86 aus. Zum Teil überraschende Resultate taten ein übriges, so daß man getrost von einer abwechslungsreichen Saison sprechen kann. Die Gretchenfrage allerdings, ob bei allen Bemühungen der Beteiligten auch das spielerische Format gestiegen sei, wird unterschiedlich beantwortet. Volker Löbenberg, mit 23 Treffern Torschütze vom Dienst bei Motor Ludwigsfelde, äußerte, „daß eine spürbare Niveauanreicherung nicht zu bemerken war“, Heinz Schülke, seit langem bewährter BFA-Vorsitzender, konstatierte hingegen durchaus „eine Steigerung bei nicht wenigen Mannschaften“. Nun, für den Betrachter scheint die Wahrheit in der Mitte zu liegen, denn neben weniger gelungenen Spielen wurde andererseits in zahlreichen Begegnungen der Trend zum Besseren offensichtlich.

Der Spitzenkampf beschränkte sich erneut auf Ludwigsfelde und Velten, alle anderen Teams konnten den Abstand zu den beiden Führenden nicht verringern. Damit schmolzen schon bald speziell die Hoffnungen von Stahl Hennigsdorf und Motor Süd Brandenburg, nur Motor Hennigsdorf mit dem beachtlich jungen Altersdurchschnitt von 22 Jahren sorgte lange für angenehme Überraschungen.

Ludwigsfelde ist nun also zum drittenmal hintereinander Meister, doch leicht fiel der Elf der erneute Triumph nicht. In der Endphase nämlich gab es viel Sand im Motor-Getriebe, ehe am drittletzten Spieltag erneut der Punktgleichstand mit der schon wie der neue Meister aussehenden Mannschaft aus Velten wiederhergestellt war. Der anschließende Punktverlust der Veltener machte es aber doch noch möglich, daß Ludwigsfelde am Ziel knapp die Nase vorn hatte.

Über ein positives Punktekonto verfügten am Ende die ersten Sieben des Sechzehnerfeldes, doch wird auch die auf Rang 8 plazierte Vertretung der TSV Luckenwalde mit dem Erreichten zufrieden gewesen sein. Immerhin verbesserte sie sich gegenüber dem Vorjahr gleich um 5 Plätze. Umgekehrt erging es Chemie Premnitz, das 6 Stufenleiter in der Tabelle herunterfiel. Wesentliche Abgänge waren der Grund dafür. Unbeherrschtheiten allerdings, wie sie sich Abwehrspieler Janek mit 7 (!) Gelben Karten leistete, sind nicht entschuldbar.

Die schwächste 2. Halbserie legte Turbine Potsdam hinter den bereits frühzeitig als Absteiger feststehenden Wusterhausenern hin. 9:37 Tore und 6:24 Punkte brachten in der gesonderten Wertung der letzten 15 Spiele nur den vorletzten Platz für die Bezirksstädter ein. Davor postiert waren in der Rückrunde Wittstock und Teltow (jeweils 10 Zähler) sowie Neuruppin (11). Motor Babelsberg II hingegen -zur Pause noch Vorletzter, rappelte sieh in der 2. Hälfte auf, holte 12 Gewinnpunkte, womit der Klassenerhalt gesichert war. Dererlei Sorgen hatte die SG Finkenkrug nicht, das Konto von 15:15 in der Rückrunde spricht für das Engagement der Kicker und Funktionäre dieser kleinen Gemeinschaft aus dem Kreis Nauen.

Während Wittstock und Wusterhausen Potsdams höchste Spielklasse verlassen müssen – Wusterhausen mit dem vollgepackten Rucksack von sage und schreibe 129 Gegentreffern – werden nunmehr die SG Sachsenhausen, Landbau Neustadt sowie Lok Seddin den Kampf um den Verbleib in der Bezirksliga aufnehmen.

PETER BRANDES

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.