Fußball Saisonübersicht 1976/1977

Wir möchten heute noch eine abschließende Übersicht (Bezirksliga) geben, so u. a. auch wer die Tore erzielte, wieviel gelbe und rote Karten verteilt wurden und wie oft die Spieler zum Einsatz kamen.

Spiele

Tore

Gelbe K.

Rote K.

1

Ginzel

22

0

0

0

2

Thiem

7

0

0

0

3

Tessmer

25

4

2

0

4

Möhring

18

3

2

0

5

Groß

26

3

3

0

6

Schulz

23

1

3

0

7

Sandowski

26

??

1

0

8

Gottong

26

15

2

0

9

Helbig

25

11

1

0

10

Rosenberg

26

25

3

0

11

Dennstedt

22

4

3

0

12

Hurtig

22

7

1

1

13

Neuendorf

21

10

1

0

14

Spickermann

19

5

0

0

15

Gottschalk

2

0

0

0

16

Rügen

13

0

0

0

17

Sabrodski

1

1

0

0

Dass Chemie Premnitz in der Staffel Nord unserer Fußball-Bezirksliga am Ende die Nase vorn haben würde, daran zweifelte wohl niemand schon nach Beendigung der ersten Halbserie. Zu eindeutig war die Überlegenheit des DDR-Ligaabsteigers, der dann auch bereits am 22. Spieltag als Erster dieses Vier zehnerfeldes feststand. Spannend wie ein Krimi hingegen verlief das Geschehen 1 in der Spitzengruppe der Süd-Staffel. Während sich Premnitz schon seelisch und moralisch auf das Bezirksfinale vorbereitete, hatten im Süden noch 2 Tage vor Spielschluß gleich 6 Kollektive die Chance, Erster zu werden. Als dann am Schlußtag die Tabelle ausgerechnet wurde, war ein weiteres Novum zu verzeichnen: Motor Babelsberg II und Motor Süd Brandenburg waren punkt- und torgleich, ein Entscheidungsspiel machte sich notwendig. Bei diesem Qualifikationskampf auf neutralem Platz in Brück reichten die Babelsberger der Elf von Motor Süd eine bittere Pille. Mit 6 :1 wurden die Brandenburger vor 1200 Zuschauern deklassiert, sehr zur Freude der Premnitzer übrigens, denn für die Chemie-Elf waren die nun noch ausstehenden Finals nur noch eine Formsache. Bekanntlich ist die II. Mannschaft der Babelsberger nicht aufstiegsberechtigt. Entsprechend war die Publikumsresonanz, und das 7:0 der Premnitzer zu Hause sowie ihre 2:4-Niederlage im Rückspiel (besaßen lediglich noch statistischen Wert.

Bleiben wir gleich in der Süd-Staffel. Wenn auch die Leistungsstabilität der einzelnen Kollektive zu wünschen übrig ließ, abwechslungsreich ging es wahrlich zu. Denn: Klammert man die frühzeitig abgeschlagenen Neulinge electronic Teltow und DEFA Babelsberg aus, waren alle anderen Mannschaften stets für eine Überraschung gut. Den Vorsatz, vor allem dem Spiel und nicht so sehr dem Kampf den Vorrang zu geben, vermochte am besten Motor Babelsberg II in die Tat umzusetzen. Die Mitkonkurrenten indes bevorzugten allzu häufig die kämpferische Auseinandersetzung. Und daß es dabei nicht immer zimperlich zuging, davon zeugen die 14 Feldverweise (im Vorjahr 3). 38 923 Zuschauer sahen die Spiele. Die Begegnungen Potsdam-Kirchmöser (6:4) und Vorwärts/Motor Teltow-Potsdam (7:3) hießen die torreichsten Treffen. Insgesamt 666 Tore (3,65 pro Spiel) waren die Ausbeute dieses Jahres (im Vorjahr 785/3,73). Am häufigsten ins Schwarze  trafen  Scharon   (Vorwärts/ Motor Teltow 18), Fiedler (Babelsberg 11/14), Rössel (Glindow/12) und Frohberg sowie Geiß (beide Potsdam/ je 12). Der deutlichste Verjüngungsprozeß wurde bei der TSV Luckenwalde vorgenommen, denn gleich 5 Aktive, die noch nicht das 18. Lebensjahr überschritten haben, kamen in dieser Elf zum Einsatz.

Im Norden vermochte Stahl Oranienburg den 2. Rang des Vorjahres nicht zu halten. Motor Rathenow, zur Halbzeit noch Vierter, ließ, in den nachfolgenden Spielen einen Aufwärtstrend erkennen und wurde mit dem Ehrenplatz hinter Premnitz belohnt. Sieht man {von den 3 Letztplazierten ab und klammert man Spitzenreiter Premnitz aus, so war allerdings auch in dieser Staffel die Ausgeglichenheit Trumpf.

Ein Spieler sorgte ständig für Schlagzeilen: der Neustädter Bernfried Grohs. Er war in allen 26 Begegnungen seiner Elf dabei und wurde mit 34 erzielten Treffern mit Abstand bester Torschütze beider Staffeln. Mit 71 550 Zuschauern (pro Spieltag 2752) fanden die Punktekämpfe in der Nordstaffel eine weitaus größere Resonanz als im Süden. 720 Treffer = 3,95 je Begegnung registrierten die Statistiker in den 182 Begegnungen. Am meisten mußten die nie verzagenden Häsener einstecken. 1:10 hieß es gegen Oranienburg, 0:9 gegen Premnitz und 0:8 gegen Velten. Die Rote Karte wurde 19mal gezeigt (im Vorjahr 23mal), und 228mal (Vorjahr 257mal) mußten die Unparteiischen Verwarnungen aussprechen. Ein Beispiel für die kommende Saison kann sich der Großteil der Mannschaften an Motor Babelsberg II und Stahl Hennigsdorf II nehmen, die im Fairplay-Pokal Wettbewerb die ersten beiden Plätze belegten.

PETER BRANDES

 

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