Fußball Potrait Ullrich Hahn 1992/1993

Ohne Sport könnte ich mir mein Leben nicht vorstellen

Ulrich Hahn, Premnitzer Sportfachmann Nummer 1, feierte am Sonnabend seinen 70. Geburtstag

Premnitz. Mit sechs Jahren tat er seine ersten sportlichen Schwünge und Sprünge. Gegen Ende der 20er Jahre war das, in der Turnabteilung des Männerturnvereins Premnitz. In der Schule der IG Farben zeigte er sich vor allem in der Leichtathletik, beim Dreikampf Lauf-Sprung- Wurf, sehr leistungsstark. Als er dann zwölf wurde, trat er das erste Mal zwischen die drei Balken, die für ihn viele Jahre lang die sportliche Welt bedeuten sollten. Bereits mit 17 holte ihn die Männermannschaft in ihr Tor, von 1949 bis 51 sicherte er zusätzlich das Gehäuse der Auswahl des Landes Brandenburg, und als seine eindrucksvollste sportliche Erinnerung wertet er den ersten Aufstieg der Premnitzer in die höchste Spielklasse der DDR, die Oberliga, im Jahre 1949.

Die Rede ist hier von der heute nur noch sehr selten betriebenen Sportart Feldhandball, und der „geheimnisvolle“ Sportsmann ist Ulrich Hahn, allseits besser bekannt unter dem Vornamen Uli. Am 21. November vor 70 Jahren erblickte er in Premnitz das Licht der Welt, aus diesem freudigen Grunde empfing er am Sonnabend seine Sportkameraden im Klubraum des TSV Chemie.

Am Nachmittag wurde dann andernorts „in Familie“ weitergefeiert.

Von 1950 bis 1987 (da wurde er 65 und ging in Rente) hielt Uli Hahn – ein gelernter Industriekaufmann, den schon sein Lehrmeister als organisatorisches Allroundtalent eingestuft hatte – im Premnitzer Sportbüro mit Durch- und Überblick die Fäden in seinen Händen. „Wir haben angefangen bei Null“, so schaut er zurück, „viele Sportstätten sind in Feierabendarbeit entstanden.“ Seit 1950 war er auch weitestgehend für die Presseberichte über den Premnitzer Sport zuständig. Zweihundert Zeilen schrieb er jede Woche für den „Aufwärts“, die Betriebszeitung des Chemiefaserwerkes.

Und welche Sportart liebt Uli Hahn am meisten, das kann doch wohl nur Handball sein? Irrtum! Er sagt bestimmt: „Ich interessiere mich für alle Sportarten.“ Wie das? Erklärung Hahn: „Ich war doch einmal für sie alle verantwortlich.“ Er besucht die Handball- und Fußballspiele des TSV und hat sich als Basis für seine Presseberichte spezielle Formulare entwickelt. Aber er schaut ebenfalls beim Bowling vorbei und ist von Zeit zu Zeit durchaus auch beim Billard,

Tischtennis oder anderem zu sehen. Uli Hahn schätzt ein: „Sonnabend und Sonntag bin ich voll unterwegs.“ Da er von April bis September in seinem Wochenendhaus an der Lötze (Hohennauener See) zu finden ist, kommen so auch etliche Fahrkilometer zusammen.

Täglich – außer montags -sitzt „Korrespondent“ Hahn dann bis zu zwei Stunden (und manchmal mehr) an seiner Schreibmaschine namens „Erika“. Ist ein solches Engagement nicht ermüdend?

Die Antwort: „Ich könnte mir mein Leben ohne Sport nicht vorstellen. Es macht mir einfach Spaß.“ Seine Frau Lisa, mit der er seit 20 Jahren verheiratet ist, bringt,obwohl sie als Leiterin der Grundschule Süd Premnitz auch sicher selbst genug um die Ohren hat, immer wieder Verständnis für ihren „sportverrückten“ Gatten auf. Sie weiß, was auch alle anderen wissen, die ihn kennen und schätzen: Uli Hahn und Sport, das gehört einfach zusammen.  Bernd Geske

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