Fußball Pokal Premnitz-BFC Dynamo 1983/1984

2.Runde FDGB-Pokal Saison 1983/1984

BSG Chemie Premnitz-BFC Dynamo 1:5(0:4)

Chemie (grün-grün/weiß): Ginzel — Rahn — Buczilowski, Sabrodski, Rügen- Janeck, Ferch (ab 75. Neumann), Rockel — Rosenberg, Groß, Gutschmidt.

BFC Dynamo (weinrot): Rudwaleit — Trieloff (ab 72. Sträßer) — Schiegel, Troppa, Ullrich — Terletzki, Götz, Rohde (ab 46. Backs) — Schulz, Ernst, Netz.

Schiedsrichterkollektiv: Heynemann, Körner, Schmidt (alle Magdeburg); Zuschauer: 3500 im Stadion der Chemiearbeiter, Premnitz;

Torfolge: 0:1 Ernst (22.), 0:2 Schulz (23.), 0:3, 0:4 Netz (34., 41.), 0:5 Terletzki (53.), 1:5 Janeck (54.)

Verwarnungen: keine.

Mut zur Offensive mit drei Angriffsspitzen war dem gastgebenden Liga Vertreter keinesfalls abzusprechen, und er wurde gegen den im Tempo und in der Konzentration nach der klaren Pausenführung nachlassenden Meister schließlich auch mit einem Tor und einem insgesamt achtbaren Resultat belohnt. „Wir fanden einen hervorragend präparierten Platz und einen fleißigen, unermüdlichen Gegner vor“, schätzte BFC-Trainer Jürgen Bogs später ein. Immerhin war bemerkenswert, daß die vom 30jährigen Libero Rahn zusammengeschweißte Deckung nach 16 Minuten (Rohdes Gewaltschuß gegen die Lattenoberkante) erstmals geprüft wurde. Mehr war sicherlich nicht zu erreichen.Eine Standardsituation löste Dynamos Führungstreffer und damit die stärkste Phase des Treffens überhaupt aus. Terletzki zog den fünften Eckball in die halblinke Position auf Ernst, dessen scharfen Kopfball der im weiteren Verlauf mehrfach reaktionsschnell handelnde Torhüter Ginzel nur ins eigene Tor boxen konnte. Imponierend der wuchtige, plazierte Hinterhaltschuß von Schulz, die beiden Kopfballtreffer des blitzartig in den Raum stoßenden Netz, die Ausdruck variablen Spiels unter Einbeziehung aller Akteure waren. „Immer wieder ließen sich Schulz, Netz und vor allem Ernst zurückfallen, um Platz zu machen für die nachstoßenden Mitspieler der zweiten Reihe. Das stellte uns natürlich vor komplizierte Situationen“, urteilte Übungsleiter Wolfgang Rahn. Er selbst zog sich dabei mit Stellungsgeschick und Cleverness in der Zweikampfführung mit am besten aus der Affäre.

Die    Freude   Janecks beim Premnitzer Tor gegen den inzwischen auf 5:0 (technisch sauberer Schrägschuß Terletzkis) enteilten   Partner war durchaus verständlich. Mit ihm wuchs zugleich das Zutrauen, wie weiträumige Konter gegen die doch nun teilweise recht locker operierende Deckung des Meisters bewiesen.Etwas mehr Aufmerksamkeit,um Abseitsstellungen aus dem Wege zu gehen, wäre da allerdings am Platz gewesen. In jenem Abschnitt, da Ernst die Position des letzten Mannes ein nahm, besaß der kämpferisch und läuferisch niemals erlahmende Gastgeber durch Neumann (84.) sowie den jetzt wiederholt aufrückenden Rahn (85.) noch zwei klare Chancen zur

Resultatsverbesserung. Da witterte er das deutliche Nachlassen Dynamos im gesamten Tempo-rhythmus, das zwangsläufig

Fehlerquellen (mißlungene Steilpässe Terletzkis, ungenaue Doppelpässe vor dem Premnitzer Strafraum) nach sich zog. Aber

anzulasten war es dem klaren,ungefährdeten Sieger wohl kaum. Dieter Buchspieß

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Premnitz hielt sich wacker

FDGB-Pokal 2.Hauptrunde

Chemie Premnitz-BFC Dynamo 1:5 (0:4}

Von unserem Berichterstatter ULRICH HAHN

3500 Zuschauer hatte der BFC Dynamo in das Premnitzer Stadion gelockt, wobei natürlich von vornherein feststand, daß sich der DDR-Meister sicher durchsetzen würde. So kam vom Premnitzer Spieler-Übungsleiter Wolf gang Rahn die Devise, in der ersten halben Stunde möglichst ohne Gegentreffer über die Runden zu kommen.

Nun, das gelang immerhin 22 Minuten, ehe die Hauptstädter durch Ernst erstmals erfolgreich waren. Chemie hatte diesen Rückstand kaum verdaut, da war es zwei Minuten später Schulz, der auf 2:0 erhöhte. Die Abwehr des Platzbesitzers, sonst der stärkste Mannschaftsteil der Premnitzer, machte dabei – wie auch später – nicht immer eine glückliche Figur. Nationaltorsteher Rudwaleit wurde das erste Mal durch Rosenberg (28.) mit einem 20-m-Freistoß geprüft. Die Überlegenheit des Meisters unterstrich Netz (35. und 40.) durch weitere Tore, so daß der BFC beruhigt in die Kabinen gehen konnte.

Als dann Terletzki (53.) gar den fünften Treffer markierte, schien sich eine doch sehr deutliche Niederlage unseres DDR-Ligisten anzubahnen. Aber es sprach für die Premnitzer, daß sie auch danach mit großartigem Einsatz kämpften. Jubel kam auf, als Janeck rund eine halbe Stunde vor Schluß das 1:5 gelang, ein Tor, das durch Rosenberg und Groß sehenswert vorbereitet worden war. Der BFC, nun mehr oder minder um Ballsicherung bemüht, mußte sich gefallen lassen, daß Groß, Neumann und Rahn noch zu Großchancen kamen, doch in diesen Situationen bewies Rudwaleit seine Klasse.

12:4 Ecken für die Bogs-Elf unterstrichen am Ende die erwartete Überlegenheit der Gäste, die insgesamt aber keine Bäume ausrissen.

Premnitz: Ginzel, Buczilowski, Rügen, Sabrodski, Rahn, Janeck, Ferch (ab 75. Neumann), Rockel, Rosenberg, Groß, Gutschmidt.

BFC: Rudwaleit, Schlegel, Trieloff (ab 72. Sträßer), Götz, Rohde (ab 46. Backs), Troppa, Terletzki, Ullrich, Ernst,, Schulz, Netz.

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