Fußball Interview Trainer 1983/1984

Fußball hat das Wort

Die Sportredaktion interviewte Übungsleiter Wolfgang Rahn

Die Saison 1982/83 in der Fußball-DDR-Liga ist abgeschlossen. Unsere Mannschaft belegte einen 5. Platz in der Staffel B und wurde damit bester Aufsteiger.

Wir baten Sportfreund Wolf gang Rahn, der die Mannschaft 9 Spieltage vor Beendigung der Saison als Spielertrainer übernahm, uns einige Fragen, wie es dazu kam und wie sieht die Zukunft aus, zu beantworten.

Frage: 10 Punkte standen zu Buche, als Sie die Mannschaft übernahmen.

Welche Vorstellungen bestanden, glaubten Sie an einen Klassenerhalt?

Sportfreund Rahn: Als ich die Mannschaft am 1. Februar 1983 übernahm, war ich mir der Schwere dieser Aufgabe, Sicherung des Klassenerhaltes, bewußt. Gleichzeitig glaubte ich fest an die Sicherung der Zielstellung und vertraute da in erster Linie auf die Steigerungsfähigkeit der gesamten Mannschaft. Aufbauend auf die Stärken der Disziplin, war es unbedingt notwendig,spielerische Elemente neu in die Mannschaft zu bringen, um damit auch das Selbstvertrauen jedes einzelnen Spielers zu erhöhen.

Frage: Wie kam es zu dieser Steigerung in den letzten 9 Spielen? Es wurde ja bekanntlich 6mal gewonnen, 1 mal unentschieden gespielt und nur 2-mal verloren?

Sportfreund Rahn: In diesen neun Spielen waren alle Stärken, aber auch Schwächen, sichtbar. Ein wichtiger Fakt war unsere taktische Einstellung, die fast in allen Spielen sehr gut umgesetzt wurde. Wichtig war auch die Kameradschaft der Spieler untereinander, die über so manche Klippe im Spiel hinweghalf. Dadurch fanden wir dann über Kampf und Einsatz zum geordneten Spiel, wie zum Beispiel in den Auswärtsspielen in Eisenhüttenstadt und Schwedt sowie in den Heimspielen gegen Hennigsdorf (dieses war, das beste unserer Serie) und Babelsberg. Man muß der gesamten Mannschaft auch an dieser Stelle ein großes Lob zollen für die gezeigten Leistung!

Frage: Mit Beginn der Saison 1983/1984 gibt es Änderungen in der Durchführung der Spiele in der DDR-Liga. Was ist Ihre Meinung hierzu?

Sportfreund Rahn: Sicherlich ist der Beschluß, die Einführung zweier Ligastaffeln a 18 Mannschaften, begrüßenswert. Darauf aufbauend auch die Einführung nur noch einer Bezirksliga- Staffel, in der sich das Niveau sicherlich erhöhen wird. Ob sich allerdings das Niveau in den Ligastaffeln erhöht, lasse ich erstmal dahingestellt. Bekanntlich müssen ja in diesen Mannschaften vier Spieler unter 23 Jahre durchspielen! Das heißt, es müssen auch noch zwei Spieler auf der Auswechselbank sitzen! Dies ist schon ein großes Problem, aber eins für alle Mannschaften in der DDR. Hierzu kommen ja auch noch einige Veränderungen im Nachwuchsbereich, und wie jeder weiß, sieht es in Premnitz nicht gerade rosig aus mit der Nachwuchsarbeit. In dieser Hinsicht muß noch sehr viel getan werden, um den Anforderungen als Nachwuchsabteilung einer Ligamannschaft bei Erreichung des 6. Platzes, gerecht zu werden.

Frage: Welche Voraussetzungen sind notwendig, um zu diesen 6 Mannschaften zu zählen, und wieviele Punkte sind dazu notwendig?

Sportfreund Rahn: Es muß noch einmal betont werden, daß die Erreichung des 6. Platzes unsere absolute Zielstellung ist. Die wichtigste Voraussetzung hierfür ist das Miteinander und die Zusammenarbeit aller, die den Fußball mögen. Das fängt an bei der staatlichen Leitung, geht über die Stadt Premnitz, die Funktionäre der BSG, die Mannschaft selbst und endet bei den Zuschauern. Hier muß ein enges Verhältnis entstehen, damit das genannte Ziel erreicht wird. Für die Spieler selbst ist es unbedingt notwendig, in der persönlichen Einstellung zum Training und Wettkampf,überhaupt zur Sache;noch einen Schritt zuzulegen! Wir sind der Meinung, daß mit 26 Punkten das große Ziel erreicht ist. Die Grundlage für diese Punktzahl muß in den Heimspielen gelegt werden, auf keinen Fall dürfen soviel Punkte verlorengehen wie in der Saison 1982/83. Hierbei werden sicherlich auch unsere Zuschauer eine wichtige Rolle spielen, die uns, so hoffe ich, vom ersten bis zum letzten Spiel tatkräftig unterstützen werden.

Frage: Welches Spiel System wird angestrebt?

Sportfreund Rahn: Auf jeden Fall streben wir ein offensives Spielsystem an, wo sich alle Spieler an den Angriffshandlungen beteiligen sollen und müssen. Sicherlich geht aus dem System auch die Taktik hervor, die aber in jedem Spiel anders sein wird, aber eben eine große Rolle spielt. Das bevorzugte System wird das 4-3-3 sein, mit Übergang zum 4 – 2 – 4. Geplant ist auch eine kombinierte Mann-Raum-Deckung im Mittelfeld, um die

Mittelfeldspieler noch mehr für die Angriffsgestaltung zu gewinnen. Dieser Versuch wird in den Vorbereitungsspielen getestet! Auf jeden Fall wollen wir einen ansehnlichen Fußball für unsere Zuschauer spielen.

Frage: Wie wird sich die Vorbereitung gestalten?

Werden alle Spieler, die bisher zur Mannschaft zählten, noch dabeisein, bzw. mit welchen Neuzugängen kann gerechnet werden?

Sportfreund Rahn: Alle Spieler aus dem Spieljahr 1982/83 werden uns auch für die neue Saison zur Verfügung stehen. Hinzu kommen dann sicherlich noch zwei, drei neue Spieler,über deren Namen ich aber im Augenblick noch nichts sagen kann. Die Vorbereitung beginnt bereits am 6. Juni,wo wir bis Anfang Juli für den Ausdauerbereich etwas tun werden, um dann ab Anfang Juli mit dem spezifischen Training zu beginnen.Hier werden wir dann versuchen, jeden Spieler in den möglichst besten spielerischen und athletischen Zustand zu bringen.Eine Reihe Vorbereitungsspiele werden uns helfen, die mannschaftliche Harmonie zu verbessern bzw. zu festigen, um dann bestens gerüstet die Saison 1983/84 in Angriff zu nehmen. Am Anfang der Vorbereitung stehen uns 23 Spieler zur Verfügung. Jeder von ihnen hat die Chance, sich in den 16 Mann umfassenden Kader für die Punktspielsaison zu empfehlen. Die restlichen Spieler gehen in die 2. Mannschaft zurück, die ja bekanntlich in der Bezirksliga spielt und ebenfalls große Ziele hat. Frage: Welche Chance geben Sie unseren Nachwuchsspielern?

Sportfreund Rahn: Da die Nachwuchsarbeit der BSG bisher sehr mäßig war, werden es die jungen talentierten Spieler schwer haben, den Sprung, in die 1. Mannschaft zu schaffen. Wenn sich aber ihre Einstellung zum Training bzw. Wettkampf, auch die Einstellung außerhalb des Trainings- und Wettkampf Prozesses, verbessert, sehe ich durchaus Chancen, daß veranlagte Spieler, wie Böhm, Hermstein, Lange und auch Fischer, sich in den nächsten Jahren einen Platz innerhalb unseres Kollektivs erkämpfen. Auf jeden Fall ist es eine notwendige und reizvolle Aufgabe zugleich, mit diesen und anderen jungen Spielern zu arbeiten!

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