Fußball Interview Sektionsleiter 1982/1983

Mit Potsdams Titelträger Chemie Premnitz stieg der souveränste Fußball-Bezirksmeister der abgelaufenen Saison in die DDR-Liga auf. Denn, ohne Niederlage das angestrebte Ziel erreicht zu haben, das gelang keinem der anderen 14 Aufsteiger! Und trotzdem: In Premnitz bleibt man realistisch, weiß um die Schwere der kommenden Aufgaben. Werner Stöhr, seit 1974 Sektionsleiter, hat bereits zweimal den Auf- und Wiederabstieg seiner Elf miterlebt und auch im jetzigen Aufgebot stehen noch zahlreiche Aktive mit Ligaerfahrung. Sie alle wissen wohl zu unterscheiden zwischen dem Niveau der Bezirks- und DDR-Liga. „MV führte mit Werner Stöhr, der im CFW als Produktionsbereichsleiter tätig ist, folgendes Gespräch:

MV: Ist nach dem verdienten Urlaub wieder alles an Deck?

Werner Stöhr: Bis auf Hurtig, sich  einer Meniskusoperation unterziehen mußte, sind alle an Deck, wobei sich jeder einer bisher nicht gekannten Trainingsbelastung unterzog.

MV „Sicherlich auch ein Verdienst des neuen Übungsleiters Dieter Schories. Vielleicht einige Worte über ihn?

Werner Stöhr: Dieter Schories wird vielen Fußballfreunden noch als Aktiver von der TSG Wismar her bekannt sein. Er  Er ist heute 42 Jahre und trainierte zuletzt die Ligamannschaft von Hydraulik Parchim.Natürlich will er das Beste,und alle machen mit.

„MV“ : Gab es Neuzugänge?

Werner Stöhr: Mit Jörg Koch (vorher ISG Schwerin-Süd) schloß sich uns ein durchschlagskräftiger Mittelstürmer an, zurück kamen René Ferch von Stahl Brandenburg II, ein Linksaußen, und Links Verteidiger Heino Rügen (Motor Rathenow). Sie sind durchaus Verstärkungen. Von den Nachwuchsleuten schaffte der 17jährige Mittelfeldspieler Uwe Hermstein den Sprung in die Erste, auf ihre Chance warten die gleichaltrigen Thomas Böhm und Frank Lange.

„MV“: Worin sehen Sie die Stärken der Elf, worin Hegen die Schwächen?

Werner Stöhr: Der stärkste Mannschaftsteil ist ohne Zweifel die Abwehr, in der der nunmehr 38jährige Dietmar Möhring seinen dritten Frühling erlebt. Im Mittelfeld fehlt der Regisseur, doch brennen die Spieler natürlich darauf, durch hohen Kampfgeist dieses Manko wettzumachen,Vorn sollte Koch für noch mehr Durchsetzungsvermögen sorgen.

„MV“: Wie beurteilen Sie die bisherigen Vorbereitungsspiele?

Werner Stöhr: Man muß davon aus gehen, daß  diese  Begegnungen aus

dem vollen Training heraus gestartet wurden.So gesehen besaßen die ersten

Spiele gegen unterklassige Mannschaften nur Aufbaucharakter. Zuletzt hingegen,als wir der Nachwuchs_Oberligavertretung des 1. FC Magdeburg unglücklich mit 1:2 unterlagen boten alle eingesetzten Aktiven eine ansprechende Leistung. Unser letzter  Test ist nun am Wochenende bei Dynamo Schwerin.

 MV: Alles in allem also gadämpfter Optimismus im Lager von Chemie ?

 

Werner Stöhr: Ich glaube schon, daß das die Spieler mit gesundem Selbstvertrauen der Saison entgegensehen können. Bekanntlich versetzt unbedingter Wille Berge, und Willensqualitäten werden notwendig sein, um die spielerischen Nachteile gegenüber den meisten Mannschaften ausgleichen zu können.

MV: Zum Meisterschaftsauftakt hat Chemie Premnitz zu Hause gegen BB Berlin eine durchaus lösbare Aufgabe bekommen.

Werner Stöhr: Hier wollen wir unbedingt gewinnen, denn danach es sehr schwer. Wir müssen nach Brandenburg, empfangen dann Cottbus und sind am 4. Spieltag bei Motor Babelsberg zu Gast. Dazu braucht man wohl keine weiteren Kommentare abzugeben.

MV: Was soll nach Saisonabschluß unter dem Strich herauskommen ?

Werner Stöhr: Die Zielstellung kann nur Klassenerhalt lauten,alles andere wäre Illusion. In diesem Zusammenhang wünschen wir uns ein noch größeres Engagement unserer Zuschauer. Denn vor allem zu Hause müssen wir die notwenigen Punkte holen,wollen wir die zweithöchste Spielklasse behaupten.

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