Fußball – Interview Peter Kaiser Juli 2011

FUSSBALL: Umbruch mit Aufstieg abgeschlossen

Interview mit Peter Kaiser, Abteilungsleiter Fußball des TSV Chemie Premnitz

Peter Kaiser beantwortete der Sportredaktion der MAZ nach dem Aufstieg der 1. Mannschaft in die Landesliga einige Fragen

MAZ: Glückwunsch an den TSV Chemie Premnitz zum Meistertitel der Landesklasse West und den Aufstieg zur Landesliga. Sie sind sicher zufrieden mit der nun abgelaufenen Saison?

Peter Kaiser: Danke für die Glückwünsche. Natürlich macht es mich stolz mit dieser Mannschaft nach sechs langen Jahren wieder den Sprung in die Landesliga geschafft zu haben. Wer mich kennt der weiß, was mir dieser Erfolg persönlich bedeutet. Viele Spieler kenne ich, so lange sie Fußball spielen.

MAZ: Der Weg zurück in die Landesliga war aber auch steinig?

Kaiser: Der Umbruch, von Uwe Schulz eingeleitet, mit jungen Leuten und zwei, drei erfahrenen Spielern war im Umfeld von Premnitz nicht unumstritten. Nach dem Rückzug von Uwe Schulz bin ich unserem heutigen Trainer, Mario Rotter, sehr sehr dankbar, dass er diesen Umbruch voll unterstützte. Er hat einen großen Anteil an diesem Erfolg. Aber auch sein Co.-Trainer Christian Peter war ein wichtiger Baustein. Auch er kannte viele Spieler als Nachwuchstrainer und wusste wie jeder einzelne tickt. Neben Beruf, Studium und Hausbau fand auch er immer wieder Zeit, uns zu unterstützen. In der Mannschaft selbst war der Wille ungebrochen. Es ist für mich keine Selbstverständlichkeit, wenn sich Spieler in der Zeit der Abschlussprüfungen ihrer Ausbildung in der richtungweisenden englischen Woche im Mai zur Verfügung stellen. Unsere Mannschaft ist ja in alle Winde verstreut. Dank auch an alle, die an den Wochenenden lange Anfahrtswege in Kauf nehmen, um für den TSV zu spielen und das ganze auch noch völlig auf eigene Kosten.

MAZ: Und das Umfeld?

Kaiser: Vergessen darf man nicht die Leute im Hintergrund. Seien es die Ordner und Kassierer oder unsere Tina, die mit ihren Tapes so manches kleine Weh-Wehchen bei den Jungs wegzauberte. Ohne diese ehrenamtlichen Helfer wäre es kaum möglich Fußballspiele durchzuführen. Erstaunt war ich, wie sich im Laufe der Saison wieder eine kleine Fangemeinde um die Mannschaft gebildet hat. Die Unterstützung gerade in den Auswärtsspielen tat den Jungs sehr gut. Ich hoffe, dass sie auch bei Misserfolgen der Mannschaft zur Seite stehen.

MAZ: Die personelle Situation war vor allem in der Rückrunde mitunter sehr angespannt. Hatten Sie da nicht Angst, dass der Traum mal platzen könnte ?

Kaiser: Ja sicher kommen solche Gedanken irgendwann mal. Aber unsere Trainer haben es immer wieder geschafft, eine schlagkräftig ehrgeizige Mannschaft aufs Feld zu schicken. Auf unsere „Alten“ war wieder einmal verlass. Olaf Krause, Dirk Reinefeldt, Sven Wienmeister und sogar Josef Rampf waren zur Stelle, wenn es nötig war. Davor kann man nur den berühmten Hut ziehen. Außerdem steckt in dieser Mannschaft viel Moral. Der Krimi in Pritzwalk, als aus einem 3:0- Rückstand noch ein 3:4-Sieg wurde, wird nicht nur mir sonder auch vielen Premnitzer Anhängern lange in Erinnerung bleiben.

MAZ: Der TSV Chemie hat nur drei Saisonspiele verloren. Worauf führen Sie das zurück?

Kaiser: Wie gesagt, die Mannschaft hat eine tolle Moral. Sie hat immer an sich geglaubt und kein Spiel wurde vor dem Abpfiff verloren gegeben. Es ist eine überragende Bilanz, auf die wir blicken können. Der TSV Chemie Premnitz hat 34 Pflichtspiele bestritten. Davon wurden nur die Spiele gegen den VfL Nauen 1:0, in Falkensee 3:1 und im Pokal gegen Laubsdorf mit 0:2 verloren. Die Meisterschaft haben wir souverän mit 14 Punkten Vorsprung vor Hansa Wittstock beendet.

MAZ: Wie sieht es mit der Planung für die kommende Saison aus ?

Kaiser: Nach Stand der Dinge wird uns bis auf Michael Buddeweg kein Spieler verlassen. Michael wird eine Ausbildung zum Fluglotsen in Frankfurt/Main in Angriff nehmen. Ansonsten werden wir die Augen offen halten und vielleicht kommt noch der eine oder andere Spieler dazu. Ich vertraue da ganz unserem Trainer. Der TSV ist immer sehr bescheiden an die kommenden Aufgaben gegangen. Für einen Aufsteiger kann das Ziel nur Klassenerhalt lauten. Unsere Mannschaft und Anhänger werden schon bald zu spüren bekommen, dass in dieser Leistungsklasse ein etwas anderer Wind weht und die sportlichen Ansprüche deutlich höher sind. Ich bin mir aber sicher, wenn sich jeder einzelne der Aufgabe stellt, werden wir in der Landesliga eine gute Rolle spielen können.

MAZ: Und der finanzielle Aufwand?

Kaiser: Natürlich werden auch die finanziellen Anforderungen an den Verein und die Abteilung höher. Diesbezüglich gab es schon und es wird weitere Gespräche mit unseren beiden Hauptsponsoren, der Rampf-Bau GmbH und den Stadtwerken Premnitz, geben. Ohne diese Unternehmen und das kann ich ohne schwarz zu malen sagen, würde es den Premnitzer Fußball auf Landesebene nicht mehr geben. Nicht zu vergessen den Sport-Shop Rathenow. Ingo Kahlisch, den ich persönlich sehr schätze, hat unsere Mannschaft immer wieder mit der Bereitstellung von Bekleidung aber auch finanziell unterstützt. Ich hoffe, dass uns alle Sponsoren auch in der Zukunft weiter zur Seite stehen werden, denn nur dann haben wir eine Chance, in Premnitz weiterhin im Fußball auf Landesebene präsent zu sein.

MAZ: Wann beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison?

Kaiser: Nach der verdienten Sommerpause, wo jeder seine Verletzungen auskurieren und durchatmen kann, ist für den 8. Juli der Start in die Vorbereitung geplant. Das erste Testspiel findet am Freitag, dem 15. Juli im Stadion der Chemiearbeiter gegen den FSV Optik Rathenow statt. Eine Woche später steht die Buga-Trophy in Havelberg auf dem Programm und am 30. Juli lösen wir unser Versprechen nach der Absage im Winter ein, bei Havelland Roskow anzutreten. Für den 6. August haben wir den SV Babelsberg 03 II nach Premnitz eingeladen.

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