Fußball – Halbserie 2011/2012

FUSSBALL: Aufsteiger mit starker Leistung

Der TSV Chemie Premnitz überwintert in der Landesliga Nord auf Rang sechs

Neuling TSV Chemie Premnitz legte in der Landesliga Nord einen glänzende erste Halbserie hin. Mit 27 Punkten belegt die Mannschaft von Mario Rotter Platz sechs. Über den Saisonverlauf sprach Heike Wilisch mit dem Spielertrainer.

MAZ: Sie blicken mit ihrer Mannschaft auf eine erfolgreiche erste Halbserie. Wie sehen Sie den Saisonverlauf?

Mario Rotter: Mit 27 Punkten sind wir als Aufsteiger natürlich hochzufrieden. Allerdings bin ich auch nicht überrascht. Die Qualität, die wir in der Mannschaft haben, ist wirklich mindestens Landesliga-würdig. 80 Prozent unserer jungen Spieler können in der Verbandsliga spielen, vorausgesetzt sie würden entsprechend trainieren. Es sind alles Spieler, die im Nachwuchs gut ausgebildet wurden. Viele haben in Sportschulen trainiert, kommen aus Babelsberg oder Cottbus. Es ist einfach eine Menge Qualität da. Aber bei uns sind die Voraussetzungen nicht gegeben, regelmäßig zu trainieren. Ich habe eine so genannte Reisemannschaft. Die meisten Spieler studieren oder arbeiten auswärts, kommen erst am Freitag zum trainieren nach Premnitz. Mittwochs trainieren wir mit sieben acht Leuten, freitags sind alle da. Viele Spieler sind aber so ehrgeizig und trainieren in der Woche selbstständig. Davon gehe ich aus, ansonsten würden wir nicht so gut dastehen. Aber das ist natürlich alles nicht optimal. Ansonsten könnten wir mit diesem Kader, vielleicht mit zwei, drei Spielern mehr, die Mannschaften vor uns ordentlich ärgern und unter den ersten Fünf locker mitspielen.

MAZ: Wo sehen Sie die besonderen Stärken Ihrer Mannschaft?

Rotter: Wie gesagt ist eine gewisse Qualität vorhanden. Und mit den zwei Älteren, Guido Block und Marco Lindemann, haben wir Spieler, denen immer noch keiner was vormacht und die die Mannschaft auch richtig gut führen. Marco Lindemann war eine absolute Verstärkung für uns und Guido Block ist immer noch richtig gut. Er ist immer für die Mannschaft da, hat trotz seines Hausbaus 14 der 15 Spiele bestritten. Außerdem ist in der Mannschaft der 13., 14. oder 15. Spieler genauso gut wie der Achte oder Neunte. So ist es völlig egal, wenn es mal Ausfälle gibt, es sind alle auf einem Niveau. Diese Ausgeglichenheit im Kader war wie schon in der Aufstiegssaison unser Plus.

MAZ: Und wo sehen Sie Reserven?

Rotter: Das größte Problem ist, dass wir ab der 70. Minute regelmäßig konditionelle Probleme bekommen. Das hängt einfach damit zusammen, dass nicht ausreichend trainiert werden kann. Ein Manko ist auch, dass wir in diesem Jahr im Vergleich zu den vorderen Mannschaften einfach zu wenig Tore schießen, wobei es sehr viele Chancen gab. Die vielen guten Spieler, auch im Mittelfeld und in der Abwehr, müssen mal ein Spiel entscheiden. Aber sie schießen gar keine oder zu wenig Tore. Und wenn man dann hinten zu viel zulässt, wird es eben auch mal kritisch. Das klingt negativ, aber wir haben 27 Punkte. Und wenn ich das letzte Spiel gegen Templin mal herausgreife, wo wir mit einer mittelmäßigen Leistung hätten klar gewinnen können, dann hätten wir 30 Punkte gehabt. Wir würden mit drei Punkten Rückstand zum Tabellenführer dastehen. Und das nicht einmal unverdient. Aber da hat die Mannschaft am letzten Spieltag nicht mehr alles abgerufen. Von der Qualität her sind wir den vor uns liegenden Mannschaften ebenbürtig, aber eben nicht von der Quantität her. Und wenn es in den nächsten Jahren keine strukturellen Veränderungen geben wird, zum Beispiel Fusionen mit anderen Vereinen im Umkreis, um einen ordentlichen Unterbau für eine Landesligamannschaft zu haben, wird es auf lange Sicht schwer werden, Fußball auf Landesebene zu spielen.

MAZ: Gibt es zur Rückrunde Veränderungen in der Mannschaft?

Rotter: Robert Rades ist aus beruflichen Gründen nach Prenzlau gezogen. Lars Posorski hat seine aktive Laufbahn beendet und als Trainer die Brandenburgliga-Mannschaft von Stahl Brandenburg übernommen. Daniel Schönfeld arbeitet in Hamburg und wird der Mannschaft nicht mehr regelmäßig zur Verfügung stehen. Eine Zeit lang ausfallen wird auch Sebastian Kaiser, der sich einer Operation unterziehen muss. Neu im Kader ist Florian Zimmermann, der aus der Landesklasse-Elf von Alemania Fohrde zu uns kommt.

MAZ: Sie selbst sind seit zwei Jahren in Premnitz als Spieler und Trainer tätig. Ist da eine Änderung geplant?

Rotter: Eigentlich wollte ich als Torwart schon längst aufhören, obwohl es mir nach wie vor Spaß macht und ich das wohl auch noch ganz gut hinbekomme . Aber es hat einfach noch nicht geklappt. Für dieser Position ist es auch problematisch. Nach dieser Saison soll es aber eine Änderung geben. Wir arbeiten daran, es hat schon Gespräche gegeben.

MAZ: Gestern sind Sie mit der Mannschaft ins Training gestartet. Wie wird die Vorbereitung aussehen?

Rotter: Wir trainieren auch in der Vorbereitung wie gehabt mittwochs und freitags. Hinzu kommt der Sonnabend, wenn keine Spiele sind, wird trainiert. Und auch vor den wenigen Testspielen wird es Trainingseinheiten geben. Mehr ist nicht möglich, alles andere muss von den Spielern selbst kommen. Wir bestreiten drei Testspiele. Das am 4. Februar in Michendorf geplante Spiel entfällt. Am 28. Januar treten wir um 13 Uhr beim FSV Optik Rathenow II an. Am 11. Februar kommt um 13.30 Uhr die SG Eintracht Friesack zu uns und am 18. Februar spielen wir um 13.30 Uhr zu Hause gegen den VfL Nauen. Zum Trainingsstart wurden wir übrigens von Volko Schulz vom M&S Autohaus Toyota und Malermeister Weser mit neuen Trainingsanzügen ausgestattet, wofür wir uns herzlich bedanken.

MAZ: Wo soll es für die Mannschaft bis zum Saisonende hingehen?

Rotter: Wenn nicht noch drei, vier von den jetzt 15 Spielern langfristig ausfallen, wollen wir die Mannschaften vor uns weiter ärgern. Ich gehe davon aus, dass wir mit den fünf Teams mithalten können, weil wir das Potenzial haben. Aber es darf eben nicht allzu viel passieren. Um Platz eins mitzuspielen, davon braucht man nicht zu träumen, weil wir die Konstanz im Training nicht haben.

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