50 Jahre aktiv – Peter Schienitzki

Ein Bericht von Christoph Laak -> Link

Das Jahr 1966 wird jedem Fußball-Fan in Deutschland ewig geläufig bleiben. Es war das Jahr als im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen England und Deutschland Geoff Hurst das so genannte „Wembley-Tor“ erzielte und das Mutterland des Fußballs zum, bis heute, einzigen Titel der Geschichte schoss. Doch auch für den Premnitzer Peter Schienitzki ist das Jahr 1966 ein besonderes. Der heute 78-Jährige hatte damals mit der Schiedsrichterei begonnen.

Durch Zufall zum Fußball gekommen

Wenn man sich mit Peter Schienitzki über sein Hobby unterhält, hat der ehemalige Lehrer für Mathematik und Sport immer ein kleines Buch dabei. Darin hat Schienitzki genau aufgelistet, bei welchen Spielen er mit der Spielleitung betraut wurde. „Da sind mit den Jahren natürlich einige Spiele zusammengekommen“, grinst der gebürtige Königsberger. Dabei hatte Schienitzki zunächst mit Fußball wenig am Hut. „Ich habe mich eigentlich mit meinem Bruder mehr im Wettlaufen gemessen und den sportlichen Wettkampf dabei gesucht“, erzählt der Hobbygärtner. Beim Studium probierte er sich im Feldhandball aus. Erst als er mit seiner Frau Gertraud 1961 nach Premnitz kam, rückte das Kicken mit dem runden Leder in den Vordergrund. Damals wollte Schienitzki eigentlich nur bei einem Vorspiel der damaligen BSG Chemie Premnitz vorbeischauen. Da ein Spieler fehlte, sprang der sportbegeisterte Rentner ein. „Ich habe unter falschem Namen gespielt und auf Anhieb drei Tore geschossen“, erzählt der dreifache Vater und mehrfache Großvater mit einem verschmitztem Lächeln im Gesicht. Doch nach wenigen Jahren, in denen er für die Premnitzer als auch Motor Mögelin gespielt hatte, wechselte Schienitzki die Seiten und griff selbst zur Pfeife. „Ich wollte mich beweisen und dachte mir, was die können, dass kann ich auch“, so der Mann, der heute noch in der 2. Kreisklasse pfeift.

Mit 50 Jahren noch das Pokalendspiel gepfiffen

Fortan war er vor allem im Bezirk Potsdam unterwegs, schaffte später sogar den Sprung in die DDR-Liga. Dort durfte er auch besondere Spiele leiten. „Besonders gut erinnern kann ich mich an das Spiel Chemie Leipzig gegen TSG Markkleeberg, ein Derby. Dort waren 14500 Zuschauer, das war eine klasse Atmosphäre“, erzählt Schienitzki. Ebenso gerne denkt er an ein Bezirkspokalendspiel zwischen Velten und Hennigsdorf aus dem Jahr 1987. „Damals war ich schon 50 Jahre alt und hatte die Altersgrenze eigentlich schon erreicht. Dennoch durfte ich das Spiel leiten. Das war eine richtige Auszeichnung“, sagt Peter Schienitzki. Heute ist der langjährige Hobby-Volleyballer in der 2. Kreisklasse des Havellandes unterwegs und pfeift, wenn es die Zeit zulässt, auch Jugendspiele für seinen Heimatverein. Das Spiel sei über die Jahre schneller geworden, erzählt er, dabei sei es durchaus von Vorteil selbst gespielt zu haben. Beim letzten Heimspiel der Männermannschaft wird Schienitzki vom TSV Chemie Premnitz für seine langjährige Tätigkeit ausgezeichnet. „Es ist schön gewürdigt zu werden, dabei war es schon eine Ehre, dass ich bei der Ü 50-Hallen-Landesmeisterschaft pfeifen durfte“, so Schienitzki.

Am Ende des Gespräches klappt Peter Schienitzki sein kleines Buch zusammen und sagt: „Eigentlich wollte ich nur noch die 50 Jahre voll machen und dann aufhören. Aber ich habe noch Spaß und werde weitermachen.“

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