1.Hansa Wittstock – Chemie Premnitz 2017/2018

Das haben sich die Landesliga-Fußballer des TSV Chemie Premnitz mit Sicherheit ganz anders vorgestellt. Nach einer insgesamt schwachen Leistung unterlagen die Chemiker beim Aufsteiger FK Hansa Wittstock mit 3:6. Viel schwerer wog allerdings die Verletzung von TSV-Torwart Felix Baitz, der mit einem Kieferbruch lange ausfallen wird.

Dabei hatte das Spiel für den TSV ordentlich angefangen. Daniel Pfefferkorn hatte die erste Möglichkeit und defensiv stand man stabil. Nach gut 20 Minuten dann der Schockmoment als Baitz mit einem Wittstocker zusammen rasselte und nicht mehr weitermachen konnte. Da kein Ersatztorwart mitgereist war musste Sebastian Krumbholz ins Tor und machte seine Sache sehr ordentlich. Bei zwei Distanzschüssen konnte er sich auszeichnen. Doch diesen Rückschlag steckte Chemie insgesamt gut weg, ging durch einen platzierten Schuss von Pfefferkorn sogar in Führung. Die hielt aber nicht lange. Nur zwei Minuten später köpfte Marvin Krause zum Ausgleich ins eigene Tor (42.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff trafen die Gastgeber dann noch den Innenpfosten. „Die erste Hälfte war noch ganz ordentlich. Da haben wir auf Augenhöhe agiert“, so TSV-Trainer Olaf Krause.

​Torspektakel nach der Pause

Aus der Pause kam Chemie stark. Pfefferkorn setzte sich über außen durch, bediente Elias Große mustergültig und der brauchte nur noch einzuschieben. Doch wieder hielt die Führung nicht lange, kamen die Gastgeber durch einen Sonntagsschuss in den Winkel postwendend zum Ausgleich. Der TSV zeigte sich aber erneut nicht geschockt und konnte abermals in Führung gehen. Martin Weber ließ gleich mehrere Abwehrspieler stehen und traf sehenswert zur abermaligen Führung (58.). Doch danach fand Chemie vor allem defensiv keinen Zugriff mehr. Das 3:3 fiel nach einem Freistoß. Dieser schien haltbar, aber Krumbholz kann, bei nun grenzwertigen Sichtverhältnissen – der Platz in Wittstock hatte kein Flutlicht – kein Vorwurf gemacht werden. Und es sollte noch schlimmer kommen. Die Premnitzer wirkten kraftlos und ließen den Gastgebern viel zu große Lücken. Nach einem langen Ball konnte ein Hansa-Akteur den Ball mühelos einschießen. Premnitz hatte zwar auch seine Möglichkeiten, blieb im Angriff nun aber zu umständlich. In den letzten zehn Minuten brachen die Chemiker dann regelrecht ein und mussten zwei weitere Tore der Gastgeber hinnehmen, auch wenn eines aus einer klaren Abseitsposition heraus fiel. Der TSV muss sich in den kommenden Spielen jedoch enorm steigern, will die Mannschaft nicht von Anfang an wieder den eigenen Ansprüchen hinterher laufen.

„Wir sind mit der aggressiven Spielweise des Gegners nicht klar gekommen. Die Niederlage geht, auch in dieser Höhe, am Ende in Ordnung. Bitter ist natürlich, dass sich Felix Baitz schwer verletzt hat. Wir müssen jetzt wieder aufstehen und dann in Babelsberg ein anderes Gesicht zeigen“, zog der Premnitzer Trainer sein Fazit.

Vorbericht

Die Pokalniederlage gegen den RSV Eintracht Teltow ist bei den Fußballern des TSV Chemie Premnitz abgehakt, nun richtet sich der Blick nach vorne. Am Freitag müssen die Chemiker beim starken Aufsteiger in Wittstock antreten.

„Das Pokalspiel ist zwar letztlich nicht ganz so verlaufen, wie wir uns das vorgestellt haben, aber auf die Leistung können wir aufbauen“, so TSV-Kapitän Marian Krause. Er sieht seine Mannschaft gut gerüstet für den Liga-Auftakt. „Wir hatten eine Vorbereitung mit Höhen und Tiefen, aber insgesamt sind wir auf dem richtigen Weg. Auch die neuen Spieler haben sich schon ordentlich eingefügt.“ Leicht wird die Aufgabe bei den Hanseaten aber nicht. Mit 99 Toren stellte die Mannschaft in der Aufstiegssaison den mit Abstand besten Angriff der Landesklasse. „Sie haben offensiv die Klasse, jedem Gegner in der Landesliga weh zu tun. Wittstock ist offensiv, aber nicht nur Tommy Hordan“, verweist der Premnitzer Spielführer auf den Hansa-Torjäger, der in der letzten Saison 41 Mal eingenetzt hatte. Auch im Pokal verkaufte sich der Gastgeber teuer. Gegen Schwarz-Rot Neustadt spielte man 60 Minuten in Unterzahl und musste sich nach hartem Kampf lediglich mit 0:1 geschlagen geben.

Für den TSV Chemie ist das Auftaktspiel umso wichtiger, da die Mannschaft, durch den Rückzug von Blau-Weiß Prenzlau, in der kommenden Woche spielfrei ist. „Durch das Ausscheiden im Pokal haben wir dann gleich zwei freie Wochenenden hintereinander und dann geht es zum schweren Auswärtsspiel nach Babelsberg. Es wird schwer in den Rhythmus zu kommen“, stellt Marian Krause die Wichtigkeit der Partie heraus. Personell sieht es bei den Premnitzern gut aus. Jonathan Schmidt und Ricardo Quast werden zwar fehlen, dafür kehren aber Elias Große, für den das Spielrecht mittlerweile vorliegt, und Sebastian Krumbholz in den Kader zurück. Eine Hiobsbotschaft gab es beim TSV dann aber doch noch zu vermelden. Die Knie-Verletzung von Benjamin Huxol hat sich nach einer MRT-Untersuchung als Kreuzbandriss herausgestellt. Er wird damit lange ausfallen. „Für Benny ist das sehr schade, wir wollen in Wittstock aber trotzdem die drei Punkte einfahren“, so Marian Krause. Gespielt wird am Freitag, um 19 Uhr.

 zur Saisonübersicht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.